„Rollenklischees abbauen“

[4. Mai 2018] Die Universität Duisburg-Essen hat eine neue Gleichstellungsbeauftragte: Christine Heil. Die Professorin für Kunstpädagogik hat das Amt von Ingrid Fitzek übernommen, die nach 11,5 Jahren in die Geschäftsführung des Instituts Arbeit und Qualifikation der Uni wechselt.

Es ist ein Amt mit vielen Aufgaben: Es geht vor allem darum, die strukturelle Benachteiligung von Frauen an der Uni abzubauen. So wirkt die Gleichstellungsbeauftragte bei Stellenbesetzungs- und Berufungsverfahren mit, entwickelt Konzepte und Maßnahmen und berät wichtige Gremien wie Hochschulrat, Rektorat und Senat. Außerdem setzt sie sich dafür ein, dass Studierende und Beschäftigte, die Angehörige zu betreuen oder Kinder zu versorgen haben, dies besser mit Beruf bzw. Studium vereinbaren können.

Seit Herbst 2006 hatte sich Ingrid Fitzek (59) um die Gleichstellungsbelange gekümmert. Viel Wichtiges konnte sie bewegen: So etwa wurde die UDE im letzten Jahr zum dritten Mal in Folge als familiengerechte Hochschule zertifiziert, das NRW-Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung wurde dauerhaft an der UDE verankert. Auch dass die Uni in den bisherigen zwei Runden des bundesweiten Professorinnenprogramms erfolgreich war, ist Fitzek mit zu verdanken.

Kulturwandel notwendig

„Ich freue mich, in einem sehr gut aufgestellten Team die wichtigen Gleichstellungsaufgaben zu gestalten“, sagt ihre Nachfolgerin Christine Heil (52), die drei Vertreterinnen an ihrer Seite weiß. Diese kommen aus der Gruppe der Wissenschaftlerinnen, der Studentinnen und aus der Verwaltung.

„Das große Ziel bleibt der notwendige Kulturwandel, um nach wie vor wirksame Rollenklischees abzubauen und zu mehr Geschlechtergerechtigkeit zu gelangen. Beispielsweise haben wir noch immer nicht Entgeltgleichheit im öffentlichen Dienst erreicht. Und der Anteil der Professorinnen stagniert bei 24 Prozent“, mahnt Heil. „Dafür gilt es, im Dialog mit verschiedenen Gremien und Abteilungen zu sein und unterschiedliche Maßnahmen effektiv zu verknüpfen: So sollten wir etwa gleichzeitig auf die Frauenförderpläne und Coaching-Angebote für Wissenschaftlerinnen schauen.“

Auch wenn Drittmittel beantragt werden, werden zunehmend innovative Gleichstellungskonzepte erwartet. Dafür sind an der UDE bereits gute Strukturen etabliert, findet Christine Heil. Dass sich die Universitätsallianz Ruhr außerdem durch eine weit vernetzte und profilierte Geschlechterforschung auszeichnet, sei hilfreich, um neue Konzepte zu entwickeln.

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