Wenn Notfallkrankenhäuser schließen

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[13. März 2018] Die höchstdotierte Auszeichnung für wirtschaftswissenschaftliche Forschung in Deutschland ist der Deutsche Wirtschaftspreises der Joachim Herz Stiftung. Der mit 10.000 Euro dotierte dritte Preis geht in diesem Jahr an Daniel Avdic (36), Junior-Professor für Empirische Gesundheitsökonomik an der Universität Duisburg-Essen (UDE).

In seiner ausgezeichneten Arbeit befasst er sich mit der Frage, ob und wie sich die Schließung von Notfallkrankenhäusern in Schweden auf die Überlebenswahrscheinlichkeit nach einem akuten Herzinfarkt auswirkt. Das Ergebnis: Ein Jahr nach der Schließung stieg die Sterblichkeit signifikant an, in den Folgejahren blieb sie dann aber konstant. Die Jury lobte die große Leistung des Einzelautors und dessen Methodengenauigkeit.

Daniel Avdic studierte von 2004 bis 2008 Ökonomie, Statistik und Wirtschaftsgeschichte an der Uppsala University in Schweden. Anschließend arbeitete er an zwei schwedischen Forschungsinstituten. Bevor er 2014 promoviert wurde, übernahm er bereits die Leitung der empirischen Junior-Forschungsgruppe am Forschungszentrum Health Economics Research Center (CINCH) der UDE.

An der UDE erforscht Professor Avdic zum Beispiel, ob das deutsche Gesundheitssystem dadurch effizienter wird, dass unterschiedliche Anbieter von Gesundheitsdienstleistungen und Versicherungsgesellschaften miteinander konkurrieren. Nutzen Beitragszahlende jetzt häufiger therapeutische und präventive Angebote? Zudem untersucht er, wie unterschiedliche gesellschaftliche und wirtschaftliche Lebenslagen die Gesundheit beeinflussen.

Weitere Informationen:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27060525
Prof. Dr. Daniel Avdic, Empirische Gesundheitsökonomie, Te. 0201/183-6326, daniel.adic@uni-due.de

Redaktion: Beate Kostka, Tel. 0203/379-2430, beate.kostka@uni-due.de

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