Übersetzungskulturen in der Frühen Neuzeit

[2. Mai 2017] Wie wurde das Christentum im 16./17. Jahrhundert auf Japanisch übersetzt? Welche Werbe- und Verkaufspraktiken entwickelten sich in dieser Zeit in Westafrika? Wie populär wurden medizinische Fragen in frühneuzeitlichen Schreibkalendern erläutert? Diese und andere Themen werden voraussichtlich in einem neuen DFG-Schwerpunktprogramm behandelt, an dem auch das Institut für Germanistik der Universität Duisburg-Essen (UDE) beteiligt sein wird. Der Förderrahmen liegt bei rund 5,3 Mio. Euro.

Zusammen mit der TU Braunschweig und der Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel werden ab 2018 die Übersetzungskulturen der Frühen Neuzeit untersucht. Prof. Dr. Jörg Wesche: „Die Zeit nach 1500 ist eine Epoche der Entdeckungen und des kulturellen Wandels. Über historische, gesellschaftliche und geographische Grenzen hinweg beginnt hier die Kulturvermittlung und -produktion, wie wir sie noch heute kennen.“

Im Mittelpunkt des Forschungsvorhabens stehen die interkulturelle Verständigung und die Vermittlung von Botschaften über sprachliche, räumliche, zeitliche und mediale Grenzen hinweg. Übersetzen wird als eine kulturvermittelnde und kulturproduzierende Technik verstanden. Beteiligt werden u.a. Forscher aus den Sprach- und Literaturwissenschaften den Geschichts- und Religionswissenschaften sowie der Medizin-, Rechts- und Wirtschaftsgeschichte. Sie werden in den kommenden drei bis sechs Jahren an den verschiedenen Universitäten Einzelprojekte durchführen und dabei eng miteinander kooperieren.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Jörg Wesche, Institut für Germanistik, Tel. 0201/183 2587, joerg.wesche@uni-due.de

Redaktion:
Beate Kostka, Tel. 0203/379-2430, beate.kostka@uni-due.de

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