Irgendwas mit Medien?

[30. Dezember 2016] Irgendwas mit Medien? – Alles mit Medien! Und Wissenschaft obendrauf. Ob es das Verlags- oder Zeitungswesen ist, Radio oder Fernsehen, die Masterstudis der Literatur- und Medienpraxis (LuM) werden zu Allroundern ausgebildet. Ihre Videos haben gar ein eigenes TV-Format: das Kulturmagazin com.POTT. Mit diesem Beitrag endet unsere Serie über Nachwuchs­redaktionen.

 

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Foto: Peter Liffers

 

Kameras, eingespannt in käfigartige Stangen, fellbesetzte Mikrofone und eine große goldene Scheibe ragen aus dem Pulk der LuM-Erstis heraus. Ein Dutzend junger Frauen und eine Handvoll Männer schultern im Wochenendseminar „Audiovisuelle Grundlagen“ erstmals das Equipment von Videojournalisten. Und „das ist ganz schön schwer“, sagt Kristina, die sich gerade damit anfreundet, die Spiegelreflexkamera durch das Gestänge hindurch zu bedienen. Sie freut sich, gleich auf dem Essener Campus loslegen zu können.

„Das Wetter ist optimal, um verschiedene Belichtungsverhältnisse auszuprobieren“, erklärt Dozent Peter Liffers. Mittagssonne. Bedeutet: stark reflektierende Flächen mit hartem Schatten oder Gegenlicht. Die Studis sind gerüstet. Kathrin schraubt einen so genannten Pol-Filter auf das Objektiv, „weil’s so grell ist.“ Ihr Kommili­tone lenkt die Strahlen über die goldene Scheibe, den Aufheller, auf die Schattenseite von Anaïs – sie steht vor der Kamera. Und schon leuchtet ihr Gesicht in warmen Tönen. Mittagssonne ausgetrickst.

Kristina und ihre beiden Mitstreiterinnen haben sich in den Halbschatten verzogen und versuchen, Bild und Ton zu verknüpfen. Melina spricht ins Mikro – nur weiß sie noch nicht so recht, wie weit sie es vom Mund weg­halten soll. Katharina konzentriert sich derweil ganz auf die Anzeige des Aufnahmegeräts: „Der Ton ist über dem Dreieck!“ Vermutlich soll das so sein, aber bei der Wiedergabe rauscht es unüberhörbar. „Ihr müsst einen anderen Ausgang nehmen, ‚high’ ist zu stark“, weiß Liffers. Melina übernimmt ganz souverän die Kamera: „Mit dem Schulterstativ lässt die sich gut führen, man hat viel Bewegungsfreiheit.“

„Die Studis sollen sich außerhalb der abgenutzten Sehgewohnheiten bewegen, mal den Sichtpunkt nach oben oder unten verlegen oder ungewöhnliche Kamerafahrten machen“, sagt der Dozent. „So kommen sie zu einer Bildaussage.“ Dazu eigne sich die „Wackelkamera“ besonders gut. Doch sie ruhig und sich bewegende Motive scharf zu halten, will gelernt sein. „Dafür braucht man viel Fingerspitzengefühl“, stellt Kristina fest. Trainieren werden sie das nun beim Drehen ihres ersten zweiminütigen Films für das Magazin com.POTT shorts.

Wie ein solches Video aussehen kann, gucken sich zeitgleich die Drittsemester an. Sie haben sich bereits neben einem weiteren Schwerpunkt auf die Arbeit fürs Fernsehen spezialisiert und lernen im Seminar „Videopraxis“ durch die Filme ihrer Kommiliton/innen. Drei Studentinnen machten sich beispielsweise auf nach Duisburg-Marxloh, um Vorurteile über den ‚Problembezirk‘ auszuräumen. Sie wissen, wie machtvoll Bilder sein können. Ihr Beitrag wird demnächst auf nrwision zu sehen sein – im Kulturmagazin com.POTT, das seit sieben Jahren zum Programm des Studiengangs gehört und alle zwei Wochen läuft.

Die Sendung selbst stellen Lehrende und Studierende zusammen. „Die Beiträge haben immer einen kultur­wissenschaftlichen Hintergrund“, erläutert Dr. Hanna Köllhofer, stellvertretende Leiterin des Studiengangs. Auch die anderen Kerngebiete der Ausbildung – das Verlags- und Zeitungswesen sowie der Hörfunk – drehen sich um Kulturthemen.

„Wir werden zu Allroundern gemacht“, sagen die Studis, „erfahren wie der Literaturbetrieb läuft, wie Medien funktionieren. Wir lernen, worauf es beim Schreiben für die Zeitung ankommt, was das Radio will, und wir drehen unsere eigenen Filme.“

Einige Absolvent/innen sind sogar Filmemacher beim NDR oder arbeiten in Kölner Filmgesellschaften. Andere zieht es wiederum ins Literaturmanagement oder zu Kulturinstitutionen.

Mehr: www.uni-due.de/germanistik/lum

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