Lebenswerte Stadt

[7. September 2016] Wohnen auf dem Land ist out. Die Menschen zieht es in die Metropolen. Dort ist es zwar lauter, hektischer und weniger grün, dafür ist das Leben bunter und die Infrastruktur besser. Im Ruhrgebiet tagt vom 14. bis 16. September die Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention. Die 400 Teilnehmenden beschäftigt, wie eine Stadt aussehen muss, in der man gesund lebt. Hierzu forscht auch das Zentrum für Urbane Epidemiologie der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) und des Universitätsklinikums Essen (UK Essen), das den Kongress ausrichtet.

Zwei Drittel der Bevölkerung hierzulande sind in Großstädten bzw. in deren Speckgürteln zuhause. Und wenn viele Menschen auf engem Raum leben, gibt es auch mehr, das stresst: Lärm, Schmutz, fehlende Natur – oder soziale Probleme; diese konzentrieren sich oft in ärmeren Vierteln. All das kann krank machen. Wie man das verhindert und Städte lebenswerter werden, ist Thema der Tagung, die unter dem Motto „METROPOLIS – Gesundheit anders denken“ steht.

„Wir Mediziner und Gesundheitswissenschaftler möchten uns stärker mit jenen Disziplinen austauschen, die das urbane Leben bereits untersuchen: Raumplanung, Soziologie, Architektur oder Kultur“, erklärt UDE-Professorin Dr. Susanne Moebus. Konkret wird u.a. über die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen referiert, über die bestmögliche Betreuung im Alter und über soziale Unterschiede: So ist es in wohlhabenden Stadtteilen grüner, die Menschen sind weniger depressiv und können es sich leisten, für den Arzt ihres Vertrauens weiter zu fahren.

Über den Trend zur Smart City sprechen die Wissenschaftler ebenfalls. Viele Städte meinen, durch eine digitale Vernetzung auch das Wohlbefinden verbessern zu können – und bewirkten manchmal das Gegenteil, so Moebus: „Eine smarte Verkehrsführung mag zu weniger Staus führen; andererseits kann sie die Leute dazu verleiten, wieder mehr ins Auto zu steigen. Und das bringt mehr Staub und Lärm.“

Um die schöne neue Datenwelt geht es auch am Vorabend der Tagung. Im Format „art meets science“ diskutiert Regisseur Hermann Schmidt-Rahmer mit den Wissenschaftlern über sein Stück „Ich habe nichts zu verbergen – mein Leben mit Big Data“ (Café Central, Grillo-Theater).

Wer viel sitzt, sollte sich zwischendurch bewegen: Der Hochschulsport bringt in den Pausen die Kongressteilnehmer in Schwung. Sie können außerdem per E-Bike vom Essener Haus der Technik, wo getagt wird, nach Zollverein und zum Industrie-Museum Oberhausen radeln oder die Metropole erkunden.

Weitere Informationen: http://www.ruhrpott2016.de; http://www.cue-ruhr.de
ruhrpott2016@uk-essen.de
Prof. Dr, Susanne Moebus, Leiterin des Zentrums für Urbane Epidemiologie (CUE), Tel. 0201/92239-230, susanne.moebus@uk-essen.de

Redaktion: Ulrike Bohnsack, Tel. 0203/379-2429

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