An der Schwelle zur Moderne

[1. August 2016] Sein Erstlingswerk „Die Chronik der Sperlingsgasse“ (1856) kennen die meisten, doch Wilhelm Raabe schrieb weit mehr: Das Spektrum seines Schaffens reicht von großen, realistischen Romanen über gesellschaftskritische Erzählungen und meisterhaften Novellen bis hin zu alltäglicher Unterhaltungsliteratur. Einen guten Überblick vermittelt nun erstmals das Raabe-Handbuch. Herausgeber sind der Germanist Prof. Dr. Rolf Parr von der Universität Duisburg-Essen (UDE) zusammen mit Prof. Dr. Dirk Göttsche (Nottingham/GB) und Prof. Dr. Florian Krobb (Maynooth/Irland).

Schmutziges Bachwasser durch eine Zuckerfabrik: Mit „Pfisters Mühle“ veröffentlichte Raabe 1884 den ersten Umweltroman der deutschen Literatur. Auf poetische Weise kritisiert er darin, wie sich die Industrialisierung auf die Natur auswirkt. „Raabe stellte die ästhetischen und ideologischen Vorstellungen realistischen Erzählens immer wieder auf die Probe“, erläutert Prof. Dr. Parr, Vizepräsident der Internationalen Raabe-Gesellschaft und Mitherausgeber des Raabe-Jahrbuchs.

In dem Handbuch beleuchten die Herausgeber nicht nur seine Erzähltexte und Lyrik, sondern auch seine Zeichnungen – das Malen war sein weniger bekanntes Talent. Neben literatur- und kulturgeschichtlichen Zusammenhängen geben sie dem Leser alle notwendigen Grundlagen an die Hand, um das Leben und Werk von Wilhelm Raabe zu verstehen: angefangen bei seiner Biografie über die Poesie bis zur Rezeptionsgeschichte.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Rolf Parr, Institut für Germanistik, Tel. 0201/183-3426, rolf.parr@uni-due.de

Redaktion: Amela Radetinac, Tel. 0203/379-2429

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