UDE-Resolution: Gegen eine Gleichschaltung türkischer Universitäten

[27. Juli 2016] Alle Dekane türkischer Universitäten sind am 19. Juli 2016 vom Zentralen Hochschulrat (Yükseköğretim Kurulu) zum Rücktritt aufgefordert worden. Alle 1577 Dekane sind unverzüglich der Aufforderung zum Rücktritt gefolgt. Mit Beschluss vom 20. Juli 2016 wurden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Lehrkräften Dienstreisen ins Ausland untersagt, und diejenigen, die sich im Ausland befinden, wurden zur Rückkehr in die Türkei aufgefordert.

Die Universität Duisburg-Essen protestiert nachdrücklich gegen den in diesen Maßnahmen zum Ausdruck kommenden Generalverdacht gegenüber der Wissenschaft. Sie verurteilt die massenhaften Suspendierungen sowie Disziplinarverfahren gegen die Unterzeichner des Friedensappells „Academics for Peace“ und die durch die Neubesetzung aller Dekanate drohende Gleichschaltung der türkischen Universitäten, die dadurch ihre Funktion als Orte des freien Denkens verlieren. Die Universität Duisburg-Essen ist besorgt, dass die faktische Aufhebung der Freiheit der Forschung und Lehre die Fortsetzung des demokratischen Prozesses verhindert.

Der Angriff auf die Wissenschafts- und Lehrfreiheit in der Türkei hat unter anderem schwerwiegende Auswirkungen auf die Austauschprogramme für Studierende und die Kooperationsprojekte von deutschen und türkischen Universitäten, die von einem freien, transnationalen Austausch leben. Aufgrund des verhängten Ausnahmezustands und des massiven Angriffs auf Bildungsinstitutionen in der Türkei rät die UDE ihren Mitgliedern, geplante Aufenthalte zu Studien- oder Forschungszwecken in der Türkei bis auf Weiteres zu verschieben.

Zur Resolution der Hochschulrektorenkonferenz: https://www.hrk.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung/meldung/hrk-praesident-protestiert-gegen-umgang-mit-hochschulangehoerigen-in-der-tuerkei-3999/

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