Welcher Elektroantrieb setzt sich durch?

[20. Juli 2016] Ist der Markt schon reif für den groß angelegten Umstieg auf das Elektroauto, und wie würde sich dies energie- und klimapolitisch auswirken? Mit diesen Fragen befasst sich das Verbundforschungsprojekt PREMIUM, an dem auch die Universität Duisburg-Essen (UDE) maßgeblich beteiligt ist. Das Gesamtprojektvolumen beträgt 11 Mio. Euro, 4,8 Mio. Euro übernimmt das Bundesumweltministerium über das Förderprogramm „Erneuerbar Mobil“.

Wer sich für ein umweltfreundliches Elektroauto entscheidet, hat die Qual der Wahl: nehme ich ein Fahrzeug, dass nur an der Steckdose oder auch vom Motor aus aufgeladen werden kann (Plug-In-Hybrid)? Fahre ich oft lange Strecken und brauche deshalb einen Reichweitenverlängerer (Range-Extender)? Noch ist nicht klar, welcher Antrieb sich am Markt durchsetzen wird. Dies und mehr soll in dem wissenschaftlich begleiteten Feldversuch erkundet werden.

Weitere Projektteilnehmer sind die Universität Passau, die Bundeswehr-Universität in München, die Bayerischen Motorenwerke (BMW) sowie das Alphabet Fuhrparkmanagement. Dipl.-Ing. Martin Koppers vom UDE-Lehrstuhl für Mechatronik: „Wir möchten herausfinden, wie sich der Individualnutzer aber auch Fuhrparkbetreiber verhalten, wenn sie privat oder beruflich mit Elektrofahrzeugen unterwegs sind. Uns interessiert zum Beispiel, wie schnell und wie lange sie fahren. Anhand der erhobenen Daten können wir dann vorhersagen, wie sich der Umstieg auf Elektrofahrzeuge energie- und klimapolitisch auswirkt.“

Untersucht wird auch, welches elektrische Antriebskonzept sich unter Berücksichtigung des Einsatzzwecks, der Ladeinfrastruktur und –zeiten sowie Batteriekosten, Verbrauch und Emissionen am besten eignet. Je nach Bedarf sollen die einzelnen Stellschrauben der Versuchsanordnung optimal auf die Kundenanforderungen zugeschnitten werden. Martin Koppers: „Wir kommen sehr gut voran. Ursprünglich waren 300 Flottenfahrzeuge und 60 Privat-PKWs geplant. Mittlerweile sind bereits 656 Firmenwagen in 344 Betrieben auf den Straßen unterwegs.“

Die E-Autos sind mit Messgeräten ausgestattet, die die Fahrstrecken und das Nutzungsspektrum aufzeichnen. Aus den bereits erhobenen 100.000 km Fahrdaten und den Nutzerbefragungen lässt sich bereits klar herauslesen, dass 90 Prozent der täglichen Fahrten unter 70 km liegt. Es gibt allerdings auch erkennbare Unterschiede je nach Fahrzeugtyp und Einsatzzweck.

Weitere Informationen: Martin Koppers, Lehrstuhl für Mechatronik, Tel. 0203/379-2476, martin.koppers@uni-due.de

Redaktion: Beate Kostka, Tel. 0203/379-2430, beate.kostka@uni-due.de

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