Arbeit der Zukunft.

Prof. Gerhard Bosch, IAQ
Prof. Gerhard Bosch, Foto: IAQ.

[15. Februar 2016] Einen mutigen Blick nach vorn wirft Prof. Dr. Gerhard Bosch, Direktor am Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen (UDE), wenn er morgen (16. Februar 2016) in den Ruhestand verabschiedet wird: In der Fachtagung geht es um die „Arbeit der Zukunft“. Langjährige Kollegen und Wegbegleiter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik tragen zum Programm bei. Sie diskutieren über Fachkräftesicherung als ein Schlüsselthema betrieblicher Personalpolitik, Perspektiven nachhaltiger Beschäftigungspolitik und die Zukunft des deutschen Tarifmodells. Zur abschließenden Festveranstaltung werden hochrangige Gäste wie der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann am Campus Duisburg erwartet.

Professor Bosch (68) leitet das IAQ seit seiner Gründung 2007. Er hat das Profil der vergleichsweise jungen Einrichtung entscheidend geprägt: das interdisziplinär ausgerichtete Team mit inzwischen über 50 Beschäftigen forscht auf den Gebieten Beschäftigung, Arbeit und Arbeitsgestaltung sowie Sozialsysteme und Bildung. Aktuelle politische Diskussionen über Niedriglohn und Mindestlohn, soziale Ungleichheit, Bildung und Ausbildung, Fachkräftemangel und Arbeitslosigkeit werden immer wieder aufgegriffen. Mit seinen Forschungsergebnissen berät das Institut Wirtschaft und Politik, erstellt wichtige Entscheidungsgrundlagen und evaluiert Praxisprojekte.

Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik, Arbeitszeit, Personalpolitik, berufliche Aus- und Weiterbildung sowie industrielle Beziehungen sind Forschungsschwerpunkte von Gerhard Bosch. Er studierte Volkswirtschaftslehre und Soziologie in Köln. 1977 promovierte er an der Universität Dortmund. An der Universität Osnabrück habilitierte er sich 1991 für Arbeits- und Wirtschaftssoziologie. Weitere Stationen waren die Sozialforschungsstelle Dortmund, die Universität Bielefeld und das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) des DGB in Düsseldorf. Seit 1993 ist er Professor für Soziologie an der Universität Duisburg-Essen.

Am Institut Arbeit und Technik (IAT) in Gelsenkirchen leitete er die Abteilung Arbeitsmarkt und war dessen Vizepräsident von 1992 bis zur Aufteilung des Instituts 2006.

Zudem ist Bosch im Editorial Board der Zeitschriften „Work, Employment and Society“ der British Sociological Association und des „ Industrial Relations Journal“. Er ist Mitglied des Aufsichtsrates von Vallourec Deutschland GmbH sowie des Aufsichtsrates von Thyssen Krupp Steel. Verschiedene Bundesministerien beriefen ihn in ihre Beratungsgremien, so u.a. in die BMBF-Expertenkommission „Finanzierung Lebenslangen Lernens“ und in die Sachverständigenkommission für den Bericht der Bundesregierung zur Gleichstellung von Frauen und Männern. Er gehört dem wissenschaftlichen Beirat der Hans-Böckler-Stiftung, Düsseldorf, an.

Auch im Ruhestand wird sich der gefragte Arbeitsmarktexperte weiter der Forschung widmen: Am IAQ gibt er die Institutsleitung an Prof. Dr. Ute Klammer weiter und bleibt dem Team als Research Fellow erhalten.

Redaktion: Claudia Braczko

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