Nichtwissen in der Zeit von Big Data

[18. Januar 2016] „Zu den großen Ernüchterungen der Moderne gehört die Einsicht, dass der ungeheure Zuwachs an Wissen Ungewissheit nicht mindert, sondern vermehrt. Für eine Gesellschaft, die sich nicht mehr von ihren tradierten Beständen her denkt, sondern auf eine zugleich selbst gestaltete und offene Zukunft hin lebt, ist das ein elementares Problem, das sich notwendig auf ihr Realitätsverständnis auswirkt. Dieses Problem wird in den Sozialwissenschaften seit längerem unter den Stichworten Risiko, unvollständige Information und Nichtwissen diskutiert. In den Kulturwissenschaften ist dagegen das […] Wechselverhältnis zwischen Wissen und Nichtwissen bisher kaum systematisch erschlossen worden.“
(http://www.wiko-greifswald.de/de/veranstaltung/article/unvollstaendige-informationbrzum-problem-des-nichtwissens-in-der-wissensgesellschaft.html)

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Mit der Frage von „Nichtwissen im Zeitalter von Big Data“ befasst sich Prof. Dr. Albrecht Koschorke von der Universität Konstanz übermorgen im Literaturwissenschaftlichen Kolloquium der Universität Duisburg-Essen.

Sein Vortrag geht von der These aus, dass eine wesentliche Kulturleistung in der Sicherstellung und Bewirtschaftung von individuellem wie kollektivem Nichtwissen besteht. Der „ökologische Ausgleich“ von Wissen und Nichtwissen muss jeweils an den Stand der technischen Verfügbarkeit von Information angepasst werden. Aktuell stellt sich die Frage, wie dieses Erfordernis mit der wachsenden Macht algorithmischer Sozialregulative in Einklang gebracht werden kann.

20. Januar 2016, 18 bis 20 Uhr, Raum R12 S03 H20 (Campus Essen).

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