Engagiertes Hochschulprojekt: Erforschung der Gesamthochschule

[7. Januar 2016] Mehr Bildung wagen: Im August 1972 wurden auf einen Schlag fünf Gesamthochschulen (GH) in NRW gegründet. Welche Ideen und Ziele waren mit dieser Gestaltung einer Hochschullandschaft verbunden? Diese und andere Fragen beleuchtet ein neues Forschungsprojekt von Prof. Dr. Ute Schneider im Historischen Institut der Universität Duisburg-Essen (UDE). Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Vorhaben in den nächsten drei Jahren mit 172.000 Euro.

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Baustelle in den 70er Jahren: Der Essener Campus entsteht.

 

„Im Gegensatz zu den neugegründeten Unis in Bochum, Dortmund und Bielefeld war die GH viel stärker mit hochschulpolitischen, gesellschaftspolitischen und landesplanerischen Zielen verknüpft“, erklärt Timo Celebi, der seine Doktorarbeit zum Thema „Die Transformation hochschulleerer Räume zur Hochschullandschaft. Das Nordrhein-Westfälische Gesamthochschulkonzept 1965-1985“ schreibt. Chancengleichheit und Demokratisierung waren die bestimmenden Schlagworte für das Konzept, das die Industriestädte wie Duisburg und Essen aufwerten und gesellschaftlich neu strukturieren sollte.

„Die Duisburger Universität ist die entscheidende Innovation dieses Jahrzehnts. Sie schafft dieser Stadt Zukunft“, sagte der damalige Oberbürgermeister Josef Krings. Und damit hatte er Recht: Die GHs eröffneten zahlreichen jungen Menschen mit Fachhochschulreife einen direkten Weg zum Universitätsdiplom und sorgten für neue Impulse auf dem Arbeitsmarkt. Andere Reformziele, etwa die Übertragung des GH-Konzepts auf die bundesdeutsche Universitätslandschaft scheiterten dagegen bereits im Ansatz.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Ute Schneider, Fakultät für Geisteswissenschaften, ute.schneider@uni-due.de, Tel.: 0201/183-4597
Timo Celebi, Fakultät für Geisteswissenschaften, timocin.celebi@uni-due.de, Tel.: 0201/183-2818

Redaktion: Amela Radetinac, Tel. 0203/379-2429

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